Person


Matthias Weigold

Zu meiner Person:

 

Ich war als Journalist, Buchautor und Fotograf immer ein Geschichtenerzähler – und habe aus vielen Ländern Europas, aus Nordamerika, Afrika, Asien und Australien berichtet. Mein Medium waren dabei Worte und Bilder.

 

Doch mit den Jahren habe ich erkannt, dass Gegenstände einfach durch ihr Sein ebenfalls Geschichten erzählen ... und dazu beim Aufeinandertreffen mit einander in Harmonie oder Auseinandersetzung gehen.

 

So habe ich begonnen, Gegenstände zu sammeln: Alligatorzähne aus Florida, Plakatfetzen aus Ladakh, eine Schlangenhaut aus Italien, weggeworfene Spielkarten aus Indien, eine verrostete Fibel aus Marokko, ein Messer aus Australien, den Griff eines Sarges aus Irland, eine Patronenhülse aus Korfu.

 

Erst war dies nur ein unsystematisches Sammeln von exotischen Erinnerungsstücken. Vor fünf Jahren aber habe ich begonnen, dieses unsystematische Sammeln zu systematischen Bergungen zu machen. Wenn die Zeit knapp ist, begnüge ich mich mit Legungen der Fundstücke, woraus aber bereits spannungsvolle Installationen entstehen. Deutlich mehr Zeit und handwerkliches Geschick benötigt es, die Fundstücke zu kraftvollen Bündeln zu schnüren. Hierbei folge ich ganz bewusst der Tradition afrikanischer Fetischeure, die eben auch Gegenständen eine ganz besondere Wirkkraft geben, indem sie sie zu animistischen Bündeln schnüren.

 

Seit 2019 widme ich meinen neo-archäologischen Bergungen und Sichtungen nun ebeso viel Zeit wie meiner Text- und Fotoarbeit.