Methode


Ein ganz eigener Ansatz

PERFEKTES SZENARIO – ein vor etwa zehn Jahren verlassenes Haus in Irland
PERFEKTES SZENARIO – ein vor etwa zehn Jahren verlassenes Haus in Irland

Die klassische Archäologie

 

In der klassischen Archäologie werden die materiellen Hinterlassenschaften der Menschheit aus vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden mit natur- und geisteswissenschaftlichen Methoden erforscht. Es handelt sich um eine tief in die Vergangenheit orientierte Wissenschaft.

 

Zeitgeschichtliche Archäologie, also die Auswertung materieller Hinterlassenschaften aus der jüngsten Vergangenheit, ist darum fachintern sehr umstritten. Und das scheinbar aus gutem Grund: Welche Aussagekraft hat etwa ein gerade einmal 20 Jahre alter, massenhaft industriell hergestellter Flaschenöffner?

 

Die Neo-Archäologie

 

Hierbei gilt: Auch erst vor wenigen Jahren verlassene Gebäude im städtischen oder ländlichen Raum sowie von der Landwirtschaft aufgegebene Brachflächen oder nicht mehr genutzte Gewerbeareale sind reiche Fundstätten an Hinterlassenschaften menschlichen Handelns.

 

Es finden sich dabei tatsächlich meist äußerst banale Gebrauchsgegenstände wie Werkzeuge, Bruchstücke von Möbeln oder Geschirr, Küchengeräte, Glasscherben, Vorratsdosen oder Schlüssel. Doch auch diese Gegenstände erzählen, wenn schon keine Historie, so doch Menschengeschichten – und darum gilt es, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken.

 

Die neo-archäologische Methode wählt hierfür einen eigenen Ansatz: In einem kreativen Prozess werden als Einzelstücke bedeutungslose Gegenstände geborgen und zu Arrangements verdichtet, die daraus dann ein aussagekräftiges Eigenleben entwickeln. Diese Ensembles können zum Beispiel Legungen in Schaukästen oder bewusst vollzogene Bündelungen sein.

 

So entstehen Schaustücke von erstaunlich kraftvoller, manchmal poetischer, manchmal surrealer Intensität – die sie einer Präsentation Wert machen.

 

Und: Bereits der kreative Vorgang der Legung oder Bündelung kann als Performance inszeniert werden.